2015.12.07.: Orbán macht das Parlament zur Schwatzbude

Orbán macht das Parlament zur Schwatzbude und wartet hinter einem Vorhang, bis die Antwortfrist abgelaufen ist: Die ungarischen RTLklub-Nachrichten rückten gestern die Übertragung der Parlamentsdebatte durch den Staatssender MTV 1 (der die Linse stur auf den geschäftsführenden Parlamentspräsidenten richtete) in den richtigen Zusammenhang.

Laut Gesetz kann sich der ungarische Regierungschef mit der Beantwortung der Fragen, die ihm Abgeordnete stellen, 4 Wochen Zeit lassen, wenn dringende Staatsgeschäfte dies erfordern. Kurz vor Ablauf der Frist versteckte sich Orbán hinter einem Vorhang im Parlament, und zwar solange, bis die Antwortfrist bis auf wenige Minuten verstrichen war. Im Video kommen zwei Abgeordnete der Sozialisten (MSZP) zu Wort, dann zwei der rechtsextremen Jobbik. Alle wollten wissen, was es mit dem unerwarteten Vermögenszuwachs einiger Intimusse Orbáns auf sich hat, Dauerbrenner in dieser Debatte ist der Bürgermeister von Orbáns Heimatdorf Felcsút, Lőrinc Mészáros, der es unter seinem “Führer” vom einfachen Elektriker (2010) zum Multi-Milliardär und einem der reichsten Männer Ungarns brachte. Während des Redebeitrages des Jobbik-Abgeordneten János Volner gab Orbán endlich das Versteckspiel auf, begab sich aber nicht zum Platz des Ministerpräsidenten, sondern setzte sich drei Reihen dahinter neben seinen Parteifreund Hoppál aus Pécs. Erst in letzter Minute begab er sich an seinen Platz und behauptete, ihm lägen nur Gerüchte, aber nicht Konkretes vor, nichts Konkretes … blabla … wenn, dann werde der Staat natürlich blabla … und das war’s.
Ein Freibrief von höchster Stelle für FIDESZ-Günstlinge.

Hier das Video der gestrigen Debatte. Sprecherin ist Antónia Mészáros (nicht verwandt oder verschwägert mit dem Orbán-Freund):