
Ein Kommentar von Nadin Natalie Arts
Beim EU-Mercosur-Abkommen gibt es zwei Arten von Kritik: die übliche, vorsichtige EU-Rhetorik, die ständig von „Balance“ und „Chancen“ und „Flankierungen“ spricht – und dann gibt es Länder, die sich trauen, es beim Namen zu nennen.
Ungarn gehört zu dieser zweiten Kategorie. Und genau diese Kante halte ich für notwendig.
Denn dieses Abkommen ist kein neutraler „Handelsfortschritt“. Es ist ein politisches Projekt, dass in der Praxis Gewinner produziert – und Verlierer einkalkuliert. Was mich positiv stimmt, ist nicht der Inhalt eines einzelnen Artikels, sondern das Muster: Ungarn ist nicht allein. Der Widerstand ist real, institutionell wirksam, und er kommt nicht aus irgendeiner Nische, sondern aus dem Kern Europas.