Ungarn: experimentelle Anti-Coronavirus-Therapie auf der Basis von Blutplasma

Die Semmelweis Universität (Budapest) hat zusammmen mit der virologischen Forschungsgruppe der Universität Pécs ein „experimentelles Plasma“ erzeugt. „Wir brauchen zwanzig Minuten, um zwei Leben zu retten“, schreibt die Zeitung ripost.hu, und weiter:

Medizinische Hochschule Pécs, Haupteingang

Medizinische Hochschule Pécs, Haupteingang

„Die Blutplasmaabgabe ist eine viel geringere Belastung als eine Blutspende: Spender sind an ein spezielles Blutaustauschgerät angeschlossen und nur die flüssigen Teile werden aus dem Blut extrahiert. Es gibt insgesamt sechs lizenzierte Plasmaspende-Labors im Land. Während des 20- bis 25-minütigen Verfahrens werden 450 ml Blutplasma erhalten, aus dem ausreichend Serum für zwei Coronavirus-Patienten hergestellt werden kann, wenn die Probe geeignet ist.“

Über weitere Details berichtet das Wirtschaftsportal portfolio.hu:

Die von einem ungarischen Unternehmen eingeleitete Blutplasmabehandlung wurde als erste ungarische experimentelle Anti-Coronavirus-Therapie in die Datenbank internationaler klinischer Studien aufgenommen – sagte Zsombor Lacza, der wissenschaftliche Vizerektor der Universität für Leibeserziehung, der die Forschung leitet, im InfoRádió. Die OrthoSera Kft. bereitet mit Unterstützung des Ministeriums für Innovation und Technologie in Zusammenarbeit mit der Semmelweis-Universität und der Forschungsgruppe Virologie der Universität Pécs die Blutplasmatherapie vor. Laut Zsombor Lacza ist die Idee „furchtbar einfach“ und kann daher schnell umgesetzt werden. „Diejenigen, die geheilt werden, werden geheilt, weil ihr Blut einen Antikörper produziert hat, der das Virus besiegt hat. Wenn dieses Plasma aus ihrem Blut extrahiert und Patienten verabreicht wird, die sich in einer schweren, akuten Phase befinden, in der sich das Virus in ihrem Körper vermehrt, bekommen sie sehr schnell Hilfe. Es wird passive Immunisierung genannt und wurde vor Jahrzehnten gegen verschiedene Krankheiten eingesetzt“, erzählte Zsombor Lacza.

„Etwas seltsam klingt in diesem Zusammenhang diese Meldung:
Das Ministerium für Innovation und Technologie sucht Blutplasma-Spender unter Menschen, die sich von der neuartigen Coronavirus-Infektion erholt haben, für eine Therapie, die sich derzeit in einer experimentellen Phase befindet. Die Therapie soll die Symptome der Patienten lindern.“

Sollte nicht alle der rund 2000 Fälle bis Donnerstag behördlich erfasst sein, allein, um Infektionswege zu rekonstruieren? Täte es da nicht eine E-Mail an die ehemaligen Patienten? Warum ein öffentlicher Aufruf?